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Leitartikel


Jahreszeiten verpflichten



Es tut sich etwas in der Natur! Schon sind die ersten Frühblüher wie Schneeglöckchen, Märzenbecher, Scharbockskraut (das gelbe mit den Brutknöllchen, die verhindern, dass man das Scharbockskraut ausrotten kann), die Märzenblume, das Buschwindröschen (Guggu-Blüemli) und die letzten Schlüsselblumen verblüht. Aber es warten schon neue Blüher, wie der fein duftende Ehrenpreis, und bald zeigen sich im Garten auch die stolzen Tulpen in den verschiedensten Farben und Formen. Welch herrliche Jahreszeit!

Wir leben in den Breiten auf der Erde, wo wir in den Genuss der verschiedenen Jahreszeiten kommen, die uns so vielfältig Schönes bieten. Jede Jahreszeit bringt ihre eigene Schönheit mit sich: Im Winter prangen an klirrfrostigen Tagen die Bäume in ihrem Raureifkleid. Wie schön, wenn sich der Nebel lichtet und die silbrigen Eiskristalle für kurze Zeit zu glitzern beginnen, bevor sie zu Boden fallen. Später im Sommer erfreuen wir uns an der weiter blühenden Natur, an den ersten Beeren, am frischen Salat aus dem eigenen Garten oder vom Gemüsehändler. Der See lockt zum Bade und die Berge zu einer Wanderung (sofern man noch wandern kann). Und schon bringt der Herbst den ganzen Segen an Früchten und Gemüse, als ob die Erde vor dem Winter noch einmal zeigen möchte, was alles auf ihr wächst und gedeiht. Wie freuen wir uns, auf einer Ruhebank am Waldrand sitzend, an den bunten Bäumen und an den wärmenden Sonnenstrahlen.

Ja, wir sind privilegiert in unseren Breiten. Dafür danken wir Gott von ganzem Herzen. Wir vergessen nicht, dass Menschen in den verschiedensten Zonen leben. Auch sie freuen sich wohl an den Schönheiten, die auch das extremste Klima mit sich bringen kann. Vergessen wir aber nicht, dass diejenigen, die in unwirtlichen Gegenden mit zu wenig Wasser leben, in ihrer Heimat Hunger leiden müssen und auf unsere Solidarität angewiesen sind. Wir müssen teilen, von unserem Reichtum den Ärmsten dieser Welt geben, damit auch sie ein menschenwürdiges Leben ohne Hunger leben können.

Die Gunst, die uns die Jahreszeiten mit ihrer Vielfalt erweisen, verpflichtet uns zur Mitmenschlichkeit ohne Vorurteile oder Überheblichkeit. Es geht uns gut, lassen wir es auch anderen gut gehen.

Ruedi Sigrist


Foto Christof Pfister

 
Die neue Ausgabe unserer Gemeindeseite ist ab sofort als pdf-Datei online.
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