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Konfirmandenreise nach Berlin

Konfirmandenreise nach Berlin (Teil 1)



Treffpunkt war früh am Morgen um 06.30 Uhr auf dem Hauptbahnhof Zürich. Eine lange Bahnfahrt führte uns durch verschiedene Landschaften Deutschlands nach Berlin, unserem Reiseziel. Erwartungsvoll und mit Tatendrang kamen wir am grössten Bahnhof Deutschlands an, fuhren weiter zum Hotel beim Bahnhof Zoo, bezogen unsere Zimmer und gewannen noch vor dem sehr ersehnten Nachtessen einen ersten Eindruck vom Stadtteil Charlottenburg. Berlin ist ungefähr 900 km2 gross. Vom äussersten Westen bis zum äussersten Osten beträgt die Strecke ungefähr 45 km und von Norden nach Süden 38 km. Jeder Stadtteil hat einen eigenen Charme durch seine Häuser, die vielen Geschäfte, Plätze, Parks und Sehenswürdigkeiten. Einige davon inspizierten wir am nächsten Tag genauer. Wir spazierten dem Spreebogen entlang und erspähten mit Stolz das grosse Gebäude der Schweizer Botschaft. In einer kleinen Lichtung beim Tiergarten stiessen wir auf das Denkmal, das zur Erinnerung an die vielen Sinti und Roma errichtet wurde, die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet worden sind. An diesem Ort des Grauens begegneten wir Menschen aus aller Welt, solchen, die sich an diese Zeit erinnern und solchen wie wir, die diese Zeit aus den Geschichtsbüchern und vom Unterricht her kennen.

Schneeflocken begrüssten uns am Brandenburger Tor. Es stand vor dem Mauerfall und der Wiedervereinigung Deutschlands mitten im Todesstreifen. Die Mauer teilte von 1961 - 1989 Berlin in Ost und West. Ob die vielen Touristen daran denken, wenn sie ihre Fotos und Selfies machen? Weiter ging es zum Reichstag, dem Sitz des Parlaments. Das mächtige, alte Gebäude und die begehbare gläserne Kuppel über dem Plenarsaal verbinden auch hier die Geschichte mit der Gegenwart.

An vielen Regierungsgebäuden vorbei liefen wir zum Holocaust-Mahnmal. Es wurde aus vielen, unterschiedlich grossen, grauen Quadersteinen errichtet. Sie erinnern an die unvorstellbar hohe Zahl von Juden, die in Europa ermordet worden sind. Wir dachten an Anne Frank und ihre Familie. Ein beklemmendes Gefühl stellte sich beim Durchgehen des Mahnmals ein.

Am Potsdamer Platz stiessen wir auf das moderne Sony Center. Es fällt auf durch sein zeltartiges Dach, das aus einer Stahlkonstruktion und Stäben besteht. Der Regen und die Kälte verunmöglichten uns den Hörgenuss der besonderen Akustik. Dafür zogen uns die vielen grossen und kleinen Läden magisch an. Shopping und Mittagessen an einem warmen Ort waren hoch willkommen.

Aufgewärmt verbrachten wir einige Stunden im Martin-Gropius-Haus, wo wir die Ausstellung «Der Luthereffekt – 500 Jahre Protestantismus in der Welt» besuchten. Im Zentrum steht das Reformationsjubiläum, das z. B. auch Zürich und Berlin als «Reformationsstädte» miteinander verbindet. Neben historischen Ereignissen wird auf die globale Vielfalt des Protestantismus aufmerksam gemacht. Vier Länder – Tansania, Schweden, USA und Korea – stellen dazu ihre Sicht dar.

Es fiel uns auf, dass es viele verschiedene Ausrichtungen des Protestantismus gibt, und dass die Glaubensfreiheit des Menschen nicht einfach selbstverständlich ist. Es beeinflusst uns, dass es in unserem reformierten Glauben den Ablasshandel und die Hölle nicht gibt. Wenn man nicht streng gläubig ist, wird man nicht aus der Gesellschaft ausgeschlossen. All das ist ein Verdienst der Reformation und hat die Welt geprägt.

Manches, das wir im Unterricht hatten, wurde in dieser Ausstellung durch Gegenstände, Bilder und Videos sicht- und erlebbar. Wir Reformierten in der Schweiz sind Teil einer grossen Bewegung.

(Fortsetzung denächst auf dieser Homepage)

Das Konfirmandenteam


Foto Jens Becker

 
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