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Beziehungen zu Kindern leben

Regenbogen Kinderzeichnung

Sehr wahrscheinlich haben auch Sie gute Vorsätze fürs neue Jahr gefasst. Vielleicht sind diese auch schon wieder verblasst. «Mehr Sport treiben, das Rauchen aufgeben, weniger aufs Smart­phone schauen, mehr Zeit mit der Fami­lie verbringen ...» Apropos Fami­lie, haben Sie auch Vorsätze für die Erziehung Ihrer Kinder gefasst? «Nicht mehr die Nerven verlieren, kon­se­quenter sein, nicht so viel schimpfen, sich mehr Zeit nehmen?»

Eltern sind heute herausgefordert, mehrere Spagate zu schaffen. Umso schwieriger wird es, gute Vorsätze umzusetzen. Der Spagat zwischen Beruf, Kindern, Part­ner­schaft und den eigenen Bedürfnissen. Der Spagat zwischen den verschiedenen Rollen, die wir einnehmen. Der Spagat zwischen den gesellschaftlichen Normen und unseren Vorstellungen, wie Erziehung aussehen soll.
 
Der autoritäre Erziehungsstil hat ausgedient und die «Laissez-­faire-Erziehung» hat die Kinder orientierungslos gemacht – und heute? Ratgeber warnen vor Überbehütung und davor, das Kind zum «Projekt» des eigenen Lebens zu machen. Auf der Suche nach neuen Wegen haben wir Angst, Fehler zu machen. Auf all diese grossen Heraus­forderungen gibt Jesper Juul, der im letzten Sommer verstorbene däni­sche Familientherapeut und Autor, eine entlastende und ein­fache Antwort: «Beziehung statt Erziehung». Kinder lernen vor allem am elterlichen Vorbild. Von Erziehungsprogrammen hält Juul nichts – wohl aber von einer Bezie­hung auf Augenhöhe. Er geht sogar so weit und sagt: «Alles, was Kinder brauchen, sind Eltern, die auch für sich selbst sorgen und Prioritäten in Bezug auf ihre eigenen Bedürfnisse setzen können.» Und: «Nehmen Sie Ihr Kind ernst – begegnen Sie ihm mit Respekt. Kinder brauchen keine Grenzen – sondern Beziehung. Eltern müssen nicht konsequent sein – sondern glaubwürdig.»
 
Genauso glaubwürdig wollen wir in unserer Kirchgemeinde bei der Arbeit mit den Kindern sein, sei es im Religionsunterricht, in den Projekten mit Kindern, am Mittags­tisch oder in der Oase für die Chliine. Damit Eltern die Spagate schaffen und immer mal wieder eine Oase für die eigenen Bedürfnisse finden, damit Kinder vielfältige soziale Erfahrungen machen können, dafür braucht es ein Netz von Bezugspersonen für die Kinder. Ganz nach dem afrikanischen Sprichwort: «Um ein Kind aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf.» Mit unseren Angeboten wollen wir Teil dieses Dorfes sein.
 
Wie wäre es also, an folgendem Vorsatz für dieses Jahr festzu­halten: auf unsere eigenen Bedürfnisse und die unserer Kinder achten und auf Augenhöhe zu­einander in Beziehung treten? Und dies gilt nicht nur für Eltern mit ihren Kindern, sondern für uns alle.

Gaby Costa
Sozialdiakonin


Oase für die Chliineoase@ref-witikon.ch
Montag und Dienstag
Mittagsbetreuung für Kinder vom Kindergarten bis zur 1. Klasse



Foto: Gaby Costa

 
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