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Wandern mit Wordsworth

Gemälde: William Turner, The Dark Rigi (1842)

Am 7. April hätte er seinen 250. Geburtstag gefeiert: William Wordsworth, der grosse Dichter der englischen Romantik, der 1770 geboren wurde und 1850 verstarb. Als Leser von Jean-­Jacques Rousseau hatte Wordsworth während seiner Studienzeit in Cambridge eine Faszination für die Schweizer Alpen entwickelt, die er nach seinem Studium bereiste und durchwanderte.

Daraus entstand, unter anderem, das Gedicht The Prelude, in dem er seine Überlegungen zur Lyrik und zur Imagination des Dichters mit den Bergen verbindet, die ihn zutiefst faszinieren, aber auch erschrecken. Die Imagination und die Berge scheinen für ihn von der gleichen gewaltigen Macht erfüllt, die er schlichtweg als «Power» – bewusst grossgeschrieben – bezeichnet. Wordsworth war theologisch gebildet und es ist bemerkenswert, The Prelude auch unter diesem Vorzeichen zu lesen: Was an den Bergen wirkt auf uns als Naturgewalt, worin liegt die Kraft der dichterischen Imagination? Was davon erscheint uns als göttlich? Und können wir das überhaupt trennen? Wordsworth zu lesen, lohnt sich, denn er bringt uns dazu, Bekanntes neu zu denken, selbst ins Staunen zu geraten. Ich habe mir auf jeden Fall für den kommenden Herbst vorgenommen, Wordsworth einmal mit auf eine Wanderung zu nehmen und zu schauen, was dabei mit dem Text, mit mir und mit meinen eige­nen Ansichten zu Gott und der Welt passiert. Wenn auch Sie schon das Göttliche in der Natur empfunden haben, dann lohnt es sich, Wordsworth zu lesen und darüber nachzudenken!

Ann-Sophie Bosshard



Foto: commons.wikimedia.org

 
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