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Konfprojekt «Mutige Menschen»

Zeichnung auf Mauer: Ein Einzelner geht in die entgegengesetzte Richtung als die anderen

Das diesjährige Konfjahr steht noch stärker als das vorherige im Zeichen der Pandemie. Das ist für die Jugendlichen, die in dieser Zeit sowieso schon auf sehr vieles verzichten müssen, genauso wie für mich als Pfarrer eine Herausforderung. Nicht nur fiel zwischenzeitlich der Präsenzunterricht aus, auch Ausflüge und das Konflager sind unter den derzeitigen Bedingungen nicht möglich. Gefragt waren also Ideen, wie die Konfirmand*innen ohne regelmässige Treffen auf sinnvolle Weise zur eigenständigen Auseinandersetzung gebracht werden können.

Das war die Geburtsstunde des Projekts «Mutige Menschen». Die Konfirmand*innen erhielten die Aufgabe, einen Vortrag über eine berühmte Persönlichkeit vorzubereiten und diese der Konfgruppe vorzustellen. Da war Martin Luther genauso dabei wie Sophie Scholl, Nelson Mandela oder Dietrich Bonhoeffer. Die üblichen Verdächtigen, denken Sie? Nicht nur, oder sind Ihnen etwa auch die Namen der russischen Journalistin Anna Polit­kowskaja oder des britischen Anwalts Peter Benenson, des Gründers von Amnesty International vertraut? Und hätten Sie Alice Schwarzer, die streitbare Kämpferin für Frauenrechte, in dieser Reihe erwartet? Die Genannten, und viele weitere dazu, sind in zwei Büchern des deutschen Journalisten und Bestseller-Autors Christian Nürnberger porträtiert. «Mutige Menschen» ist der Titel beider Bände. Nürnberger stellt darin Menschen vor, die nicht einfach nur abenteuer­lustig waren. Nein, er schreibt packend über Menschen, deren Mut aus Werten und Idealen gespeist ist; Menschen, die sich für an­dere eingesetzt haben, und die ihren Kampf für Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit nicht selten mit dem Leben bezahlt haben. Heute sind Strassen und Plätze nach ihnen benannt, und sie werden als Heldinnen und Helden verehrt, zu ihren Lebzeiten aber waren sie umstritten und hatten keine Mehrheiten auf ihren Seiten.

Woher kam der Mut dieser Menschen? Aus welcher Motivation haben sie getan, was sie getan haben? Was hat der Kampf für Gleichberechtigung und Menschenrechte mit un­serem Glauben und mit dem Mann aus Naza­reth zu tun? Und was ist uns wichtig im Leben? Das waren einige der Fragen, die wir im Konf diskutiert haben, und die wir im weiteren Fortgang des Unterrichts noch vertiefen werden.

Trotz vieler anderer Aufgaben haben sich die Konfirmandinnen und Konfirmanden auf die «mutigen Menschen» eingelassen, haben Texte gelesen, ein Einzelgespräch mit mir geführt und eine Präsentation vorbereitet. Einige haben für die kommenden Ausgaben von reformiert.witikon sogar Porträts solcher Menschen zusammengestellt. Diese Lebensbilder sollen auch uns dazu anregen, uns zu fragen, wo unsere eigene Zivilcourage heute gefragt ist. Denn Mut, soviel ist klar, betrifft nie die Vergangenheit. Er hat immer die Gegen­wart und die Zukunft im Blick.

Pfr. Christoph Ammann



Bild: geralt/pixabay.com

 
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