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Konfprojekt «Mutige Menschen», Beitrag 1: Martin Luther

Denkmal Martin Luther

Martin Luther – Auf der Suche nach einem gnädigen Gott



Martin Luder wird am 10. November 1483 als Sohn eines Handelsmanns geboren. Seinem Vater zuliebe studiert er erst Jura, bis er im Alter von 21 Jahren in ein schweres Gewitter kommt. In Todesangst verspricht er, Mönch zu werden, wenn er das Gewitter überlebt. Nach diesem Erlebnis geht Luder ins Kloster. Er hält sich strikt an alle klösterlichen Regeln. Immer treibt ihn die Frage um: «Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?» Ständig hat er das Gefühl, dass er nicht genug sei, um vor Gott zu bestehen. Also geht er jeden Tag zur Beichte und betet noch mehr.

1510 wird Luder im Auftrag seines Ordens nach Rom geschickt. Was er dort sieht, prägt ihn stark. Er lernt den Ablasshandel kennen. Für Geld kann man sich von Sündenstrafen loskaufen. Sogar bereits Verstorbene können so aus dem Fegefeuer erlöst werden. Auf diese Weise verdient die Kirche viel Geld, das zum Beispiel für den Bau des Petersdoms in Rom gebraucht wird.

Luder wird Theologieprofessor in Wittenberg. Immer noch treibt ihn die Frage um, wie ein Mensch vor Gott bestehen und seinen Strafen entgehen kann. Zwischen 1513 und 1516 beschäftigt er sich mit dem Brief des Paulus an die Römer. Luder weiss im Nach­hinein nicht mehr, ob es ein Gedankenblitz oder eine Erleuchtung war. Jedenfalls wird er durch das sogenannte «Turmerlebnis» zum Reformator: Plötzlich versteht er den Begriff der Gerechtigkeit Gottes neu. Der Mensch kann nicht gerecht sein vor Gott, aber das muss er auch nicht. Der Glaubende erhält die Gerechtigkeit von Gott geschenkt. Nun weiss Luder, dass Gott den Menschen so liebt, wie er ist. Luder ist von der ewigen Angst befreit, und er will auch die anderen Menschen von der Angst befreien. Er nennt sich nun Luther mit «th» von Eleutherius, das heisst «der Befreite».

Das war der Beginn der Reformation. Nun möchte Luther auf die Strasse gehen und allen Menschen sagen, dass sie sich keine Sorgen wegen dem Fegefeuer machen müssen. Luther wird nun in den Augen der Kirche zum Ketzer. Er kämpft gegen Missstände in der Kirche, vor allem gegen den Ablasshandel. Am 31. Oktober 1517 schlägt er seine 95 Thesen gegen den Ablass an die Tür der Witten­berger Schlosskirche. Wenn nicht schon der Buchdruck erfunden gewesen wäre, wäre das vielleicht eine städtische Angelegenheit geblieben. So aber werden Luthers Thesen gedruckt und überall verteilt. Bald schon kennt ganz Deutschland und fast die ganze Christenheit den aufmüpfigen Mönch aus Wittenberg.

Immer stärker legt Luther sich nun mit der Kirche an. Er will mit dem Papst diskutieren, aber daran hat dieser kein Interesse. Auf dem Reichstag zu Worms 1521 wird Luther aufgefordert, seine Kritik an der Kirche zu wider­rufen, aber er bleibt standhaft und weigert sich. Luther wird für vogelfrei erklärt, aber der Kurfürst Friedrich von Sachsen entführt ihn und lässt ihn auf die Wartburg bringen, um ihn zu schützen. Dort lebt er als Junker Jörg und übersetzt als erster das ganze Neue Testament ins Deutsche. Den Rest seines Lebens verbringt er in Wittenberg. Er heiratet die entlaufene Nonne Katharina von Bora und hat mit ihr Kinder. 1534 erscheint die erste Lutherbibel. 1546 stirbt Luther im Alter von 62 Jahren eines natür­lichen Todes.
 
Mich hat beeindruckt, dass Luther den Mut hatte, sich gegen die Kirche seiner Zeit zu stellen, obwohl die Kirche damals extrem viel Macht hatte. Gestört hat mich, dass Luther als Ketzer aus der Kirche ausgeschlossen wurde und der Papst die Diskussion mit ihm verweigert hat.

Andrea Droz

Andrea Droz, 15, wird am 30. Mai in der Neuen Kirche konfirmiert und lebt mit ihrer Familie in Witikon. Sie besucht die Kantonsschule Stadelhofen. In ihrer Freizeit spielt sie Handball und Klavier.



Bild: andibreit/pixabay.com

 
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