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Konfprojekt «Mutige Menschen», Beitrag 3: Sophie Scholl

Sophie Scholl

Die Widerstandskämpferin Sophie Scholl



Sophia Magdalena Scholl wurde am 9. Mai 1921 in Forchtenberg geboren und wuchs mit ihren vier Geschwistern in einem christlich geprägten, liberalen Elternhaus auf. Sie hat sich schon früh in verschiedenen Jugendorganisatio­nen eingesetzt, so auch bei dem nationalsozialistischen «Bund deutscher Mädel» BDM, von dem sie sich später abwendete. Sie begann eine Lehre zur Kindergärtnerin und ging schliesslich 1942 im Alter von 21 Jahren nach München zu ihrem Bruder Hans, um dort Philosophie und Biologie zu studieren.

Dort lernte sie den Freundeskreis von Hans kennen mit seinen engsten Freunden Alexander Schmorell, Christoph Probst und Willi Graf, die alle wie Hans Medi­zin studierten. Diese Freundesgruppe diskutierte sehr oft. Sie waren sich schnell einig: Hitler ist ein Verbrecher, den man stoppen muss.

Und so kamen Hans und seine Freunde auf die Idee, die Deutschen mit Hilfe von Flugblättern wachzurütteln und ihre Augen zu öffnen. Zu dieser studentischen Widerstandsgruppe zählte später auch Sophie. Sie gaben sich den Namen «Weisse Rose». Sie fingen an, Flugblätter zu schreiben, die sie in einer kleinen Werkstatt druckten und schliesslich verteilten. Am Anfang verteilten sie diese nur in München, doch die Flugblätter tauchten auch in Köln, Stuttgart, Berlin und Wien auf.

Sie waren gut organisiert und wurden in ihren Flugblättern immer konkreter. Sie schrieben von der Deportation der Juden und davon, dass der Krieg verloren gehen wird. Die Weisse Rose wurde immer bekannter und erreichte sogar andere Länder. Doch es wurde auch immer gefährlicher für Sophie und ihre Freunde. Die Polizei bildete eine Sondereinheit, um nach den Verfassern der Flugblätter zu fahnden.

Insgesamt schrieben und ver­teil­t­en sie sechs Flugblätter. Das sechste Flugblatt wurde der Gruppe jedoch zum Verhängnis: Sophie und Hans gingen mit zwei Aktenkoffern voller Flugblätter in die Universität München, um sie zu verteilen. Sie waren fast fertig, gingen aber nochmal zurück, um den Rest zu verteilen. Doch genau in diesem Moment kamen alle Studenten aus den Vorlesungen, und die beiden wurden entdeckt und festgenommen.

Sie wurden von Kriminalober­sekretär Robert Mohr vier Tage lang verhört und mit Beweisen konfrontiert, bis sie schliesslich gestanden. Auch ihr Freund und Studienkollege Christoph Probst wurde verhaftet. Er hatte drei Kinder, weswegen die Geschwister Scholl versuchten, durch ihre Aussagen wenigstens ihn zu retten. Doch am 22. Februar 1943 wurden alle drei vom Volksgerichtshof in München wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt. Am späten Nachmittag des gleichen Tages wurde das Todesurteil vollstreckt.

Sophie Scholls Wider­stand gegen Hitler kam auch aus ihrem christ­lichen Glauben. Sie starb dafür gemeinsam mit ihrem Bruder Hans und Christoph Probst durch die Guillotine. Robert Mohr war von der Überzeugung der jungen Menschen sehr beeindruckt, und es wurde ihnen eine letzte Ziga­ret­te zusammen vor dem Tod gewährt. Im Spielfilm «Sophie Scholl – die letzten Tage» erinnert dieser Moment an das letzte Abendmahl Jesu. Sophie Scholl wurde für ihren Mut mit nicht einmal 23 Jahren hingerichtet.

Fadraina Felix

Fadraina Felix, 15 Jahre alt, wird am 30. Mai konfirmiert. Sie besucht das Freie Gymnasium Zürich. Sie liebt alles, was mit Musik zu tun hat, und singt in einer Band.



Foto: Hans Scholl/commons.wikimedia.org

 
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