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Rund um die Kirche: Jetzt wirds grünfältig

Elisa Mosler

Überall wird gebaut und ge­buddelt, daran sind Witiker gewöhnt. Dass aber auch rund um die Neue Kirche Spitzhacke und Gartenschere im Einsatz sind, ist ein neues Bild. Wer aufmerksam über den Kirchvorplatz geht, hat die junge Frau mit den kurzen blonden Haaren längst in einem Beet stehen oder hinter einem Busch knien sehen; sie rupft hier, hackt dort, häuft Äste auf und schichtet Steine um. Es ist Elisa Mosler, die da so eifrig in der Erde scharrt.

Elisa Mosler hat an der Universität Zürich Ethnologie, Umweltwissenschaften und Sozialpsy­cho­­logie studiert und bildet sich gerade zur Permakulturistin weiter. «In der Permakultur dreht sich alles um Kreisläufe und unsere Beziehungen zur Erde», erklärt Mosler. «Im Mittelpunkt steht: Sorge tragen für die Erde, Sorge tragen für die Menschen und fair teilen.» Wer sich gerade noch gefragt hat, was Permakultur mit Kirche zu tun hat, erkennt nun die Verbindung. Das ging auch den Mitarbeitenden von Kirchge­meinde und Kirchenpflege so, als Mosler ihnen ihr Projekt «grün­fältig» vorschlug. Schnell wurde man sich einig: Elisa Mosler gestaltet als Freiwillige einige Grünflächen des Kirchenareals um.

Mosler verwandelt zum Beispiel das efeubewachsene Hügelbeet zwischen Kirchturm und HOCH3 in ein Staudenbeet. «Ich habe den Raum, in dem wir uns hier bewegen, ganzheitlich analy­siert», sagt die Gärtnerin. «Im HOCH3 und für Anlässe in der Kirche werden Blumen gekauft, die nach den Veranstaltungen im Abfall landen. Schade. Ich möchte hier nun ein Beet mit einheimischen Stauden anpflanzen, in dem die Kirchenmitarbeitenden Blumen schneiden können. Hinterher kommen die Pflanzen auf unseren Komposthaufen.»

Apropos Haufen: Hinter der Kirche hat Elisa Mosler mehrere Hügel aus verschiedenen Materia­­lien aufgeschichtet. Grünschnitt, grosse dicke Äste, kleine morsche Äste, Blätter. Dem fragenden Blick begegnet sie wendig: «Ökologisch gesehen ist das Kirchen­areal eine grüne Wüste», sagt sie. «Damit schaffe ich Raum für diver­se Tiergruppen, für Eidechsen und Schnecken, Igel, Insekten und andere Nützlinge, die mir im Garten viel Arbeit abnehmen.»

Permakulturisten seien «nicht faul, sondern einfach supereffizient», ergänzt Mosler verschmitzt. Wenn der Gärtner natürliche Kreisläufe nutzt und beim Anlegen und Bepflanzen der Gartenanlage die Bedürfnisse der Pflanzen berücksichtigt, erspart er sich auf lange Sicht viel Arbeit: «Wenn die Kreisläufe funktionie­ren habe ich weniger Schädlinge, weniger Unkraut, muss weniger giessen und alles wächst besser.» Die Logik der Permakulturistin funktioniert übrigens nicht nur auf dem weitläufigen Kirchen­areal, sondern auch auf dem Mini­balkon daheim.

Mosler plant, hinter der Kirche auch Kartoffeln, Beeren und andere essbare Pflanzen anzubauen, die dann im HOCH3 auf den Teller kommen. Schon jetzt wachsen auf der Wiese unterhalb des Kirchgemeindehauses diverse Wildkräuter wie Giersch, Klee, Löwenzahn, Gänseblümchen, We­­gerich, Wiesensalbei und wilde Möhre. «Und das nur, weil ich vor drei Wochen gesagt habe, dass ausser an den Wegrändern nicht mehr gemäht werden darf», begeistert sich Mosler. «Eine fantastische Reaktion dieser Wiese.» Und fantastische Zutaten für einen feinen Salat oder Salsa Verde.

Wem es nun in den Fingern juckt, Elisa Mosler zu helfen, ist dazu herzlich eingeladen. Mosler möchte auch Gemeindemitglieder in den Aufbau ihrer Kreisläufe einbinden, gemeinsames Gärtnern gehört zum Konzept. «Permakultur ist zu zwei Dritteln von sozialen Aspekten geprägt», betont die Mutter einer kleinen Tochter. Mit der Idee, auf der Fläche unterhalb des Gemeindehauses eine Naturwerkstatt einzurichten, hat sie auch die Kleinsten der Gemeinde im Blick: «Hier würde ich gerne Äste und Steine zum Bauen zur Verfügung stellen und einen Bachlauf anlegen, der sich bei Regen füllt.»

Die Zeichen für eine wunderbare Umnutzung der Flächen rund um die Kirche stehen auf Grün.

Anne-Friederike Heinrich



Foto: Anne-Friederike Heinrich

 
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