Siegerprojekt für die Arealentwicklung gekürt

Siegerprojekt für die Arealentwicklung gekürt

Überzeugender Entwurf mit cleverer Nutzung der Räume

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Der Architekturwettbewerb hat einen Gewinner. Das Siegerprojekt ist der Beitrag des Büros Penzel Valier. Die architektonische Umsetzung der Vision für das Areal Neue Kirche Witikon gelingt dem Zürcher Architekturbüro am besten. Penzel Valier hat ein überzeugendes Projekt im Rahmen des Studienauftrags entworfen, das vertraute, identitätsstiftende Elemente aufnimmt und weiterdenkt.

Der Projektbeitrag zeigt, wie sich das Potential des Areals für die Zukunft des Quartiers nutzen lässt, gleichzeitig die Lebendigkeit der Kirchgemeinde weiter stärkt und deren Relevanz als Ort der Gemeinschaft und Spiritualität festigt. Der Entwurf zeugt von einem zugänglichen, lebendigen Ort und schafft hochwertige Nutzungsräume im Innenund Aussenbereich. Ihm gelingt es hervorragend, den vielfältigen Nutzungsbedürfnissen einen gestalterischen Rahmen zu geben. Die Jury ist überzeugt, dass dieses Konzept sehr gut funktionieren kann.

«Was braucht eine lebendige Kirchgemeinde: Tabula rasa oder Weiterentwicklung?», fragt Christian Penzel. Und beantwortet die Frage selbst: «Eine gut funktionierende Gemeinde soll Erfolgreiches weiterführen und sich entsprechend der eigenen Visionen und gesellschaftspolitischen Veränderungen weiterentwickeln.»

Der Entwurf von Penzel Valier ist die architektonische Entsprechung dieses Grundgedankens. Er würdigt die Qualität des Ortes, die hohe architektonische Sorgfalt der bestehenden Bauten und die Grosszügigkeit des Kirchenraumes. Penzel Valier möchte die Arealentwicklung deshalb mit Addition lösen und möglichst wenig von der bestehenden Qualität subtrahieren.

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Starkes Teilnehmerfeld
Anfang Dezember kam die zwölfköpfige Jury unter dem Vorsitz des Architekten David Leuthold zusammen. An zwei Tagen wurden die sieben eingereichten Projekte begutachtet, diskutiert und bewertet. Das Siegerprojekt konnte gekürt werden. Von den anfänglich acht Projekten hatte sich zwischenzeitlich eins zurückgezogen.

Die Jury konnte ihre Auswahl aus einem starken Teilnehmerfeld treffen. Die Projektbeiträge waren durchweg von hoher Qualität. Sie präsentierten inspirierende, innovative und zum Teil überraschende Ideen für die Gestaltung des Areals. Die eingereichten Entwürfe eröffnen damit sehr unterschiedliche, spannende Perspektiven auf mögliche zukünftige Entwicklungen des Areals der Neuen Kirche.

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Städtebauliche Lockerheit
Der Entwurf von Penzel Valier wirkt trotz der Verdichtung auf dem Areal locker. Vier klare Baukörper ergänzen das bestehende Ensemble. Sie versammeln sich um den zentralen Platz als Zentrum des Gemeindelebens. Zwischen den Körpern öffnen sich die Räume in die Umgebung und vernetzen die Mitte mit dem Quartier, der Zentrumsbebauung, der Schule und den Grünräumen. So gelingt eine städtebauliche Setzung, die gesamthaft einen entspannten Charakter hat.

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Unterschiedlichen Nutzungen Raum geben
Mit der Arealentwicklung geht die Kirchgemeinde den Schritt, das Areal zukünftig für verschiedene Nutzungen zu öffnen: kirchliche Nutzung, Schule, Quartier und Wohnen. Das Innovative des Projektentwurfs von Penzel Valier liegt darin, jeder Nutzung einen eigenen Platz zu belassen, in der sie ihren spezifischen Charakter entwickeln und stärken kann und gleichzeitig trotz aller Unterschiedlichkeiten einen gemeinsamen Begegnungsraum auf dem Areal zu schaffen, der nicht nivellierend wirkt. Für diese gewünschte Ambivalenz eine überzeugende architektonische Lösung zu entwickeln, ist eine zentrale Stärke des Entwurfs.

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Synergiepotentiale und hohe Flexibilität
Eine weitere ausserordentliche Stärke des Siegerprojekts ist die konsequente Auslotung von Synergiepotentialen zwischen den verschiedenen Nutzungen. Der Entwurf geht jedoch weiter. Er präsentiert Nutzungsvarianten für die Überbauung, die je nach zukünftigen Bedürfnissen umgesetzt werden können. Viele der Räume sind so konzipiert, dass sie verschiedenen Nutzungsansprüchen genügen. Damit gewinnt der Entwurf von Penzel Valier ein hohes Mass an Flexibilität. Sollten sich Bedürfnisse mit der Zeit ändern, lässt sich die Nutzung der Räume anpassen, ohne dass sich der Charakter des Areals verändert.

Um der Gleichzeitigkeit von Kontinuität und Offenheit für Veränderungen baulich-architektonisch zu entsprechen, ist vorgesehen, das Kirchgemeindehaus bestehen zu lassen und allenfalls später einen Ersatzneubau an der Stelle zu realisieren. So wird durch heutige Zurückhaltung der nächsten Generation Platz für ihre Entwicklungsmöglichkeiten und Anpassungen auf dem Areal gegeben.

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Nutzungserweiterung des bestehenden Kirchenbauses
Die sakrale Raumwirkung der heutigen Kirche schätzend, schlagen Penzel Valier vor, das Kircheninnere um eine raumhaltige Skulptur zu erweitern. Das bedeutet, dass durch eine unterteilende Holzkomposition eine neue Raumstruktur entsteht. Damit können Räume getrennt oder die Kirche als Ganzes für verschiedene Zwecke genutzt werden. Es entsteht ein attraktives Mehrangebot für alle Nutzergruppen im Quartier. Auch die Orgel kann weitergenutzt werden.

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Potential des Kirchgemeindehauses
Das bestehende Kirchgemeindehaus ist in der Grundkomposition gut nutzbar und leistungsfähig. Der Gemeindesaal bietet in vielerlei Hinsicht grosses Weiternutzungspotential, beispielsweise für die Unterbringung des neuen Quartierrestaurants. Ebenso wie der Kirchenbau erhält der Gemeindesaal durch prägnante Eingriffe eine neue, zeitgenössische Identität, ohne den bestehenden Charakter als vielseitigen Begegnungs- und Veranstaltungsort zu verlieren. So entsteht ein vielfältig bespielbarer Raum.

Dieses Gesamtkonzept des Weiterentwickelns und Verdichtens der bestehenden Situation auf dem Areal der Neuen Kirche sowie die raffinierte Verteilung und Verknüpfung der verschiedenen Nutzungen in dem Ensemble waren für die Jury überzeugende Argumente für die Wahl als Siegerprojekt. Die Jury empfiehlt der Kirchgemeinde Zürich Witikon das Projekt des Architekturbüros Penzel Valier zur Weiterbearbeitung.

Hagen Worch
Präsident der Kirchenpflege

 

Icon Plan.pdf (4.9 MB)

Visualisierung: Penzel Valier
Modellfotos: Topik

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Reformierte Kirchgemeinde Zürich Witikon
Witikonerstrasse 286
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Tel044 381 00 60
E-Mailsekretariat.witikon@ref-witikon.ch

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